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"Waldumbau nach Fichtenausfall im Horner Becken"

Regionaltagung Stift Altenburg (NÖ)

Freitag 20.September 8:30 bis 16:00 - Stift Altenburg
download des Artikels aus der Bauernzeitung

Der Forstbetrieb

Der Wald des Benediktinerstiftes Altenburg zählt zu den wesentlichen wirtschaftlichen Säulen des Klosters. Der Forstbetrieb bewirtschaftet rund 2.800 Hektar Wald zwischen 260 und 600 Metern Seehöhe, vom Eichen- bis zum Fichten-, Buchen-, Kiefernwald, der in einen Tannen-Laub-Mischwald umgewandelt wird. Die unterschiedlich großen Flächen erstrecken sich über 60 Kilometer.

80 Prozent der Flächen sind mit Maschinen befahrbar, der Rest sind zum Teil Seilgelände und Referenzflächen; die Hangwälder zum Kamp sind Schutzwald und rund 800 Hektar liegen im Natura 2000 Gebiet.

2017 gab es nur 384 Millimeter Niederschlag bei Spitzentemperaturen von 38 °C über mehrere Tage. Der Borkenkäfer bestimmt den Einschlag.

Als Großbetrieb wurde der Forstbetrieb von Stift Altenburg unter Prior Pater Michael Hüttl und Förster Herbert Schmid 2018 mit dem "Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft" ausgezeichnet.

Die Wälder von Stift Altenburg sind ganz besonders von Borkenkäfer bedroht, weshalb frühzeitig ein Umbau in laubholzreichere Mischbestände und ein bemerkenswerter Tannenanteil eingeleitet wurde. Auch Naturschutzaspekten wir besondere Bedeutung gegeben.

Exkursion

Am Vorabend der Exkursion gab es eine Stiftsführung für die Mitglieder des Vorstandes von Pro Silva und bereits frühzeitig angereiste Teilnehmer. Prior Pater Michael Hüttl zeigte die in den Tiefen des Stifts verborgene beeindruckende Verschmelzung von weit zurückreichender Historie und moderner Architektur. Stift Altenburg ist auch ohne Waldexkursion eine „Reise wert“ !

Das vielfältige Exkursionsprogramm wurde mit einem eigens angemieteten Reisebus bewältigt:

  • Im Revierteil Sachsendorf ist auf Schneebruchflächen aus dem Jahr 1996 und Borkenkäferkahlflächen ab 2015 stammzahlreiche Tannen-Naturverjüngung unter Brombeere entstanden. Die meist als Verjüngungshindernis gesehene Brombeere hat hervorragend als Verbißschutz für die Tanne funktioniert.
  • Im Revierteil Altenburg konnten Eichen/Tannen/Buchen – Naturverjüngungsflächen unter Brombeere nach Fichtenausfall seit 2015 besichtigt werden und Aspekte des Wildtiermanagement samt den „Multifunktionsstreifen“ entlang der Forststrassen diskutiert werden.
  • Am Nachmittag führte die Fahrt nach Norden in den Revierteil Wildberg (Irnfritz – Messern): Dort finden sich die Beispielsflächen für den Waldumbau von Fichten-Kiefern Beständen durch Eichelhäher-Saat. Vor dem Abräumen der vom Buchdrucker gefährdeten Fichtenbeständen wird versucht durch ein spezielles System der Hähersaat, den Nadelwald mit Eichensämlingen zu „unterbauen“. In einem Projekt der Universität für Bodenkultur (Wien) wurde von Bernhard Zotter unter der Leitung von Prof. Eduard Hochbichler wurde der Erfolg der Hähersaat untersucht. Sämtliche Eichen sind mit weißen Fähnchen markiert, damit Sie auch bei der Holzernte möglichst geschont bleiben. Die Fähnchen zeigen die Aufschrift „Mit Gottes Hilfe - Stift Altenburg“.
  • Eckart Senitza zeigte noch ergänzend die neuesten Ergebnisse der interaktiven „Käferkarte“ aus dem benachbarten Mähren (Tschechien). Dort ist ein erschreckend schnelles Forstschreiten des Käferbefalles von Nordosten nach Südwesten Richtung österreichische Grenze zu erkennen. Wir wünschen, dass der Waldumbau noch so zeitgerecht gelingt, dass sich erfolgreiche Mischwälder aus Tanne und Laubholz etablieren können.

Sämtliche Detailinformationen können dem Artikel von Hans Maad aus der Bauernzeitung Nr.42.vom Oktober 2019 entnommen werden. Der Artikel liegt zum download auf unserer Webseite.

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