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"Klimafitter Wald durch ‚forstliche Permakultur‘ mit heimischen und fremdländischen Baumarten?“

Regionaltagung 2020 Oberösterreich

Freitag, 2.Oktober 2020 - 13:15-16:30 im Betrieb Palmetshofer, Mühlviertel (OÖ)
download des Nachberichtes (St. Heuberger)

Bei der Exkursion im Mühlviertel konnten in kleinem Kreis die Ergebnisse der langjährigen Erfahrungen von Paul Palmetshofer, Staatspreisträger für Beispielhafte Waldwirtschaft 1994, mit Douglasie, Riesentanne, Thujenarten, Hemlocktanne und Abies nobilis diskutiert werden.

Waldbauliche Konzepte müsse über den „Tellerrand“ blicken und die betrieblichen Unsicherheiten auf mehrere Standbeine zu verteilen.  Der Betrieb umfasst 50 ha, wovon 33 ha dem Wald und 17 ha der Landwirtschaft zuzuordnen sind. Rund 15 ha landwirtschaftliche Grenzertragsböden wurden ab 1968 aufgeforstet. Geprägt durch Aufforstungsmodelle von Dr. Felix Benz, ehemaliger Forstberater der Landwirtschaftskammer Schärding, wurden zwischen 1978 und 1991 verschiedenste nordamerikanische Baumarten und auch die kalabrische Weißtanne eingebracht.

Astung mit Hubsteiger

Mittels Hubsteiger werden Riesentanne und Douglasie bis auf eine Höhe von 14 m geastet, die Äste teilweise als Schmuckreisig verkauft. Bei Mischbeständen mit Douglasie bevorzugt Paul Palmetshofer Buntmischungen, die größere Freiheit bei der Bestandespflege lasse. Wichtig sind auch die richtigen Herkünfte, die erst durch Versuche gefunden werden können.

Bei guter Kooperation mit den örtlichen Jägern kann sich die Naturverjüngung auch bei den nicht heimische Arten entwickelt. Bestandesauflichtungen tragen aber auch durch besseres Äsungsangebot zu einer Entspannung der Situation bei.

Pflegliche Arbeit - Schmuckreisig & Schafe

Den größten Teil der Holzernte und Pflegemaßnahmen führt der erfahrene Forstwirtschaftsmeister selbst durch. Durch sein Feinerschließungskonzept sind 80% der Waldfläche auf Kranreichweite mit Rückewegen erschlossen. Wenn er für Arbeitsspitzen dennoch Fremddienstleister beauftragt, markiert er auf den Rückegassen mit Pfeilen die erlaubten Fahrtrichtungen. Das wichtigste Kapital ist der Boden und diesen gilt es zu schützen. Wenn ein Pfeil an der Rückegasse nur nach unten zeigt, darf der Unternehmer nicht von unten nach oben fahren. - „Lieber drei Minuten länger einen Baum einschätzen als unnötige Schäden an der Naturverjüngung in Kauf nehmen.“

Als zusätzliche Standbeine des Betriebes setzt Paul Palmeshofer auf die Schuckreisigproduktion mit Tannenarten, die wiederkehrend all 1-2 Jahre mit einer Teleskopschere und einem auf den Traktor angebauten Hubgerüst geerntet und zu 80% nach Wien verkauft werden. In den Zwischenräumen weiden Shropshire-Schafe, die ideal für die Pflege der Schmuckreisigbestände sind, da sie bei guter Haltung keine Nadelbäume verbeißen.

Der vollständige Artikel von Stefan Heuberger wurde in der „Forstzeitung“ 11/2020 S 26-28 veröffentlicht und kann von unserer Webseite geladen werden.

Der Betrieb

Der arrondierte Betrieb vulgo "Obergrafeneder" umfasst rund 32 ha Wald und 17 ha Landwirtschaft. Dabei ist sein klares Ziel, Teile der Waldflächen als Dauerwald zu be­wirt­schaften. Das enorme Verjüngungspotenzial legt den Grundstein dafür. Bemerkenswert ist auch der hohe Erschließungsgrad von rund 110 lfm/ha.  Etwa 80 % des Holzes liegen nach der Schlägerung in Kranreichweite. Als Forstwirtschaftsmeister führt Paul Palmetshofer die Holzernte sehr präzise und pfleglich durch.

Der Niederschlag liegt etwa bei 1000 mm/Jahr und die Waldflächen liegen in einer mittleren Seehöhe von 850 m. Das Grundgestein ist Granit. Es herrschen Semipodsol- und Braun­erdeböden vor. Der Betriebsinhaber hat sich ferner ein Standbein in der Schmuckreisig­produktion geschaffen. Die Landwirt­schaft ist ein Biobetrieb mit Shropshire-Schafen.

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Programm: Stefan Heuberger, 06.07.2020

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