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Sommergespräch - Oberösterreich

„Klimawandelanpassung leicht gemacht ... (?)“

Bausteine einer Veränderungsarchitektur

Donnerstag, 23.August 2018 - Adlwand, Hallerwald

Kurzbericht

Am Höhepunkt der Hitzewelle fand das Sommergespräch im kühlen Hallerwald bei Adlwang, Bezirk Steyr-Land statt.  Die Stadtgemeinde Bad Hall besitzt hier rund 30 ha Wald, der bereits seit langer Zeit von der Familie Achathaler betreut wird.

Die Ziele einer naturnahen Bewirtschaftung in Kombination mit Angeboten zur Erholungsnutzung sind vorgebeben. Offensichtlich gelingt die Harmonie von Wald und Wild hier gut, was jedenfalls ein Verdienst der Bewirtschafter ist. Anhand eines Beispielsbestandes wurde die möglichen Waldbaustrategien erörtert. Stefan Achathaler stelle ein Leader-Projekt vor, in dem es inhaltlich um die wissenschaftliche Quantifizierung des Wohnbefindens nach einem Waldbesuch geht.

In seinem Impulsstatement zur Klimawandelanpassung verwies Prof. Manfred Lexer, Waldbauinstitut der Boku, auf die immer noch großen Unsicherheiten in den Zukunftsprognosen. Frau Dr. Nathalie Prüggler schilderte die Aktivitäten der „Klar-Region“ (Klimawandelanpassungsmodellregion) Steirisches Ennstal und zeigte auf, wie im Rahmen des Regionalmanagements gezielte Aktivitäten zum Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene umgesetzt werden können.

(Franz Reiterer, 04.09.2018) 

Themenschwerpunkte

Untrügliche Vorboten bestätigen: der Klimawandel wird kommen. Für die Waldbewirtschafter sind nun Bewältigungs- und Anpassungsstrategien gefragt. Das Ausmaß der Klimaerwärmung kann bereits gut vorhergesagt werden. Können wir nunmehr daran gehen, diese Entwicklung zu antizipieren ?

Mögliche Lösungen kennen wir – dazu stapeln sich die Konzeptpapiere. Einiges spricht dafür, dass die Forstwirtschaft vom Re-agieren zum Agieren, Gestalten und aktiven Handeln kommen sollte. Die Wirtschaft nennt es „Change-Management“. Angesichts der Vielzahl der Akteure braucht es systemische Lösungsansätze. Gefragt ist eine kohärente Umsetzungsstrategie. Regionale Netzwerke an der Basis werden wohl eine zentrale Rolle spielen, denn: es zählt nur das, was im Wald ankommt. In einer ungezwungenen Gesprächsrunde wollen wir darüber diskutieren, aus welchen Bausteinen die nötige Klimawandelanpassung im Wald bestehen und wie diese aktiv zu einer Veränderungsarchitektur zusammengefügt werden könnte.

Wir verbinden einen kurzen Waldspaziergang mit einer anschließenden „Indoor“-Diskussion, bestehend aus einem Vertreter der Wissenschaft, einer Projektmanagement-Expertin, einigen gewählten regionalen Entscheidungsträgern, regionalen Pro Silva-Mitgliedern und einigen Waldbewirtschaftern.

Wir konnten Herrn Ao. Univ.Prof. DI. Dr. Manfred LEXER, Waldbauinstitut, Boku Wien, gewinnen, mit uns zu diskutieren. Als Institutsleiter beschäftigt er sich wissenschaftlich mit Waldbau im Klimawandel sowie möglichen Anpassungsstrategien. Aus unserem südlichen Nachbarbezirk berichtet Frau Mag. (FH) Dr. Natalie PRÜGGLER über die KLAR!-Zukunftsregion Steirisches Ennstal.

Treffpunkt und Anmeldung

Treffpunkt: „Hallerwald“ in Adlwang, Bezirk Steyr Land; Waldeinfahrt hinter Navi-Adresse 4541  Adlwang, Seidledtstraße 1;

Waldspaziergang unter Leitung von Stefan ACHATHALER (Themen: „Über die Kalamität zum strukturreichen Wald“; Vorstellung „Projekt Hallerwald“, siehe Beilage). Danach Impulsreferate und Diskussion im Gasthaus „Hohe Linde“. Ende 20:00 Uhr. max. 15 (20) Personen

Kosten pro Teilnehmer 25 €; (Pro Silva Mitglieder 20 €); Konsumation exklusive.

Anmeldung bei Franz REITERER (Pro Silva Kontaktperson OÖ Süd); 0664/ 104 36 12; info@forstbuero.at)

Fragen, die uns weiter bringen sollen

Auswirkungen in der Region Nördliche Randalpen?

  • Forstliche Zukunftsforschung: gibt es Studien, wie sich die internationalen Holzmärkte und Holzströme entwickeln werden und:  was bedeutet dies für uns?
  • Verwundbarer Siedlungsraum, schadensanfällige Infrastruktur: von schützenden Wäldern bis totbringenden Wildholzfrachten?
  • Kampf ums Wasser: werden wir zum Wasserschloss Oberösterreichs? Vision oder Utopie: Waldbesitzer als Wasser-Scheichs?
  • Oder doch der alte Hut: „wir brauchen nur das ´Schalenwildproblem´ lösen, der Rest geht von selbst“?
  • Oder: zählen vielleicht Teile unserer Region zu den Gewinnern des Klimawandels?

Wie klimafit ist die forstliche Organisationsstruktur?

  • Die „forstliche Problemlösungskompetenz“ in der Vergangenheit – vom Waldsterben über Naturschutz- und Ökowelle bis zum Wald-Wild-Problem: waren wir Gestalter oder Getriebene?
  • Der forstliche „Brain-Drain“: Personalausdünnung und Streichkonzert bei Personal in Betrieben und Institutionen oder doch neue Planstellen in der Verwaltung? Ist Spezialwissen wichtiger denn je?
  • Waldbewirtschaftung an die Holzindustrie delegieren - kann man mit Holzprovisionen waldbauliche Veränderungen anstoßen?
  • neue und hofferne Waldbesitzer: verkommt der Wald zum Spekulationsobjekt?
  • Die forstliche Kapitalrentabilität schwindet: sollen die Betriebe die Klimawandelanpassung finanzieren?
  • Lösungsansatz regionale Kooperativen (Wissenstransfer „peer to peer“)? WWG´s – eine Bilanz. Regionale Schutzwaldplattformen – was ist aus ihnen geworden?
  • § 101 Forstgesetz: sind wir dabei, die Kompetenz im Wildbach-Management zu verlieren?
  • Problemwälder einfach in Bann legen, weil bei der Nutzung nichts mehr bleibt?
  • Warum wurden in der Vergangenheit die Schutzwald-Fördermillionen nicht abgeholt?

Das Dreieck von Können, Wissen und Wollen -  Ansätze kooperativer Lösungen

  • der CoP-Ansatz in der Schweiz („Community of Practice“)
  • das KoNeKKTiW Projekt in Baden-Württemberg (Kompetenz-Netzwerk Klimawandel, Krisenmanagement und Transformation von Waldökosystemen);
  • das Projekt „KLAR!“ des Klima- und Energiefonds; Beispiel einer Klimawandel-Anpassungsmodellregion steirisches Ennstal mit Fokus „Katastrophenschutz, Infrastruktur und Wald“.
  • Systemische Lösungsansätze in komplexer Gemengelage: das alte Konzept der Umwelt-Kybernetik aufwärmen?

Forstliche Ökosystemleistungen als Zukunftsmarkt?

  • Vermarktung von Wasserschutz-Dienstleistungen? Birgt die aktuelle Änderung in der Organisation der Wasserschutzgebiete Chancen oder neue Restriktionen für die Waldbewirtschafter?
  • Aktive und passive Infrastrukturleistungen: was versteht man darunter? Das Eschensterben als Vorbote? Waldbewirtschafter als Anbieter von Schutz-Dienstleistungen?
  • Naturschutzleistungen und ökologische Kompensation: Marktlücke oder geht der millionenschwere Markt an uns vorüber? Arten- und Biotopschutz im Wald als Dienstleistung?

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