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Gastexkursion ANW Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Beispiele Naturnaher Waldwirtschaft und Kalamitätsbewältigung in Kärnten

Sonntag 19. bis Dienstag, 21.Mai 2019, Kärnten

Kurzbericht

Wegen des gute Rufes unserer Herbstexkursion konnten wir Ende Mai nun eine stattliche Delegation der  Schwesternvereinigung der ANW Landesgruppen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern begrüßen. Die rund 24 Personen konnten in den drei Tagen ein spannendes, kontrastreiches Programm genießen:

Am ersten Tag stand der Besuch des Revieres Salles unter dem Titel „25 Jahre Naturnahe Waldbewirtschaftung in Gut Poitschach" unter Leitung von Eckart Senitza (Vorsitzender Pro Silva Austria und Pro Silva Europa) am Programm. Präsentiert wurden folgende Punkte:

  • Besichtigung der barocken Kirche in Poitschach mit Betriebsgeschichte
  • Revier Salles: Betriebsvorstellung Forstbetrieb, Naturschutz im Wald, Kalamitäten und Sortenstatistik, Nutzungsbeispiele, Erschließung, Durchforstung von Wiesenaufforstungen, Ernte- und Pflegebeispiele
  •  Besichtigung einer Dauerbeobachtungsfläche (Projekt RESYNAT; vgl. AFI-Standard)
  • Besichtigung Kleinwasserkraftwerk mit Industriegeschichte (Jugendstil)

Der zweite Tag führte ins Windwurfgebiet bei Bad Eisenkappel (Südkärnten), wo wir Gast von Johannes Thurn-Valsassina sein durften. Der Betrieb wurde in der Zwischenzeit leider ein zweites Mal, dies­mal vom Sturm „Vaia“ getroffen. Wir konnten interessante Einblicke in die Windwurfaufarbeitung gewinnen:

Besichtigung Windwurfflächen vom Winter 2017 und neuerlich von Sturm Vaia im Herbst 2018 – Forstbetrieb Johannes Thurn-Valsassina

  • Vorstellung des Betriebes, Chronik des Windwurfereignisses
  • Aufarbeitung, Technik und Logistik, sowie Marktentwicklung, Folgearbeiten

Von dort aus nahmen wir die Chance wahr, auch was aus dem benachbarten Slowenien zu erfahren. Nach einer Fahrt über den Paulitschsattel mit Blick in die Steiner Alpen und das Logartal konnte uns Anton Breznik, Leiter der Forstverwaltung in Nazarje, einen Überblick über die Kalamitäten und deren Bewältigung in Slowenien (Eisregen, Windwurf, Borkenkäfer) bieten.

Die Rückfahrt führte über den Paulitschsattel und den Schaida­sattel über Zell Pfarre zum Pyramidenkogel südlich des Wörthersees. Dort präsentierte uns der Architekt DI Dietmar Kaden den welthöchsten hölzernen Aussichtsturm, als Leuchtturmprojekt im Holzbau.

Beim Blick auf den Wörthersee und in das Keutschacher Seental erläuterte DI Markus Wedenig die Bewältigung der Käferkalamität im Forstrevier Hasslacher, wo eine radikale Umstellung der Waldbehandlung nach (!) dem Käferbefall erfolgt.

Am dritten Exkursionstag konnten wir die im Herbst schion 2-mail bewährt und laufend verbesserte Exkursion in den Wohlschartwald machen. DI Adolf Besold stellte in Vertretung von DI Günther Kleinszig stellte die Waldentwicklung und den Waldumbau im Wolschartwald in klimatischer Fichtenrandlage auf Moränenstandorten vor. Die weiteren Themen waren Standortsmodellierung und praktische Anwendungen, Naturverjüngungsbetrieb Fichte und Mischbaumarten, Aufforstungsflächen mit alternativen Baumarten, Waldpflege-Beispielsflächen (Laubholz, Erle) und Durchforstungsprobeflächen (Kärntner Waldpflegeverein und Arbeitskreis Mischwald), weiters Forstschutzmaßnahmen und Zaunbau – Jagdbetrieb, Tanne im Zaun, Erlenaufforstung und Pflege und Douglasienunterbau.

Zum Abschluß konnten wir noch eine sehr humorvolle Stiftsführung durch DDr. Christian Stromberger geniessen. Den "krönenden" Abschulß bildete eine Besichtigung der Burg Hochosterwitz. Auch die kulinarischen und kulturellen Aspekte sind nicht zu kurz gekommen.

Eckart Senitza, 30.05.2019

Veranstaltungsanmeldung

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