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Freiheit hinter Gittern ?

Kollegiale Waldberatung

Freitag, 4.Oktober 2019 - Hötzeneck (Bezirk Rohrbach, OÖ)

Um die zukünftigen waldbaulichen Herausforderungen meistern zu können, sind die Risikoverteilung auf möglichst viele standortsangepasste Baumarten und die Schaffung von strukturierten Beständen ein wesentlicher Bestandteil. Zur Realisierung dieses Zieles nimmt der Wildeinfluss durch Baumartenentmischung eine Schlüsselrolle ein.

Seit 20 Jahren betreut Franz Hauzenberger eine eingezäunte, arrondierte Waldfläche von etwa 20 ha. Zusätzlich betreibt er eine sehr intensive Form der Bestandesumwandlung mit Aufforstungen von diversen Baumarten, zum Teil auch unter Schirm.

Franz Hauzenberger ist Eigentümer von rund 52 ha, wobei rund die Hälfe davon auf landwirtschaftliche Flächen fallen und verpachtet sind. Der Betrieb befindet sich im Mühlviertel, jeweils 30 km von der deutschen und tschechischen Staatsgrenze entfernt. Die eingezäunte Waldfläche liegt mit einer Jahresniederschlagsumme von 886 mm und einer Jahresmitteltemperatur von 7,6 °C auf einer Seehöhe von 600 m. Die Bodentypen reichen von Braunerden, Reliktböden bis zu schweren stark vernässten pseudovergleyten Böden. Die Bestandesgeschichte ist von diversen Kalamitätsereignissen geprägt. In der Oberschicht sind kaum Tannen vorhanden, es sind vorwiegend Fichten anzutreffen.

Dennoch ist die Waldfläche sehr baumartendivers, hauptsächlich in der Unter- und Mittelschicht, jedoch auch in der Oberschicht sind vitale und qualitativ gute Eichen und Ahorn vorhanden. Durch intensive Aufforstungsmaßnahmen mit 2-jährigen Tannen unter Schirm und kleinflächigen Ergänzungen mit Neophyten wie etwa Moorbirke und Bronzebirke versucht Franz Hauzenberger die Baumartenvielfalt zu erhöhen. Ein wesentliches Thema dieser Exkursion wird die zukünftige waldbauliche Behandlung der Eiche sein.

Wissensvermittlung durch Kollegiale Waldberatung

Im Vordergrund der Tagung soll ein fachlicher Meinungsaustausch stehen. Wir sehen uns als „Community of practice“: im Rahmen einer Kollegialen Waldberatung wollen wir in einer strukturierten Diskussion an Beispielsflächen verschiedene Aspekte des betrieblichen Waldbaustrategie erörtern.  Jede(r) ist zur aktiven Teilnahme aufgerufen. Alle sollen die  „Schwarm-Intelligenz“ nutzen können.

Programm

13:30 - Begrüssung durch Christian Blöchl

  • Beginn des Hauptprogramms
  • Kurzer Fußmarsch durch den eingezäunten Waldbestand.

14:00 - Betriebsbeschreibung

  • Franz Hauzenberger stellt im Wald sein Bewirtschaftungskonzept und die Entstehung der Bestände vor.

14:30 - Rundgang

  • Besichtigung eines Umwandlungsbestandes zum Eindrücke sammeln

15:15 - Moorbirke (Betula pubescens) als Alternative für vernässte Standorte?

  • Stefan Heuberger – Steckbrief Moorbirke

15:45 - Auszeigeübung Eiche

  • Othmar Aichinger – Forstbetriebsleiter Stift St. Florian – Statement zur Eichenbewirtschaftung mit anschließender Auszeigeübung

16:30 - Resümee und offene Diskussion

Es stellt sich nun die Frage, in wie weit kann eine großflächige Einzäunung nützlich sein, um die waldbaulichen Ziele zu verwirklichen? Kann eine Fläche von 20 ha überhaupt schalenwildfrei gehalten werden? Was kann aus der eingezäunten Waldfläche abgeleitet werden?

17:00 - offizielles Ende mit offenem, weiterführenden Zusammensein

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