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"Buche und Lärche - ein kongeniales Paar ?"

2.Sommerpraxistag - Waldentwicklungstypen

Waldbaukonzepte für Buchen-Lärchen-Mischbestände

Mittwoch 25.August 08:45-16:00 - Micheldorf (OÖ)
download des Artikels aus der Forstzeitung von Robert Spannlang

Nachbericht

Der 25. August bildete eine Regenpause in einer sonst ziemlich niederschlagsreichen Woche. Die etwa 30 Teilnehmer am Sommerpraxistag von Pro Silva und FAST Traunkirchen genossen an diesem Tag die Sonnenwärme, aber auch die aufschlussreichen Präsentationen und Wortmeldungen im Wald.

Immerhin ging es unter dem Motto "Buche und Lärche – ein kongeniales Paar" um nichts weniger als um den Versuch, durch behutsames Eingreifen in den klimabedingten Wandel in unseren Wäldern an geeigneten Standorten eine höhere Wirtschaftlichkeit zu VERNUNFTEHE UNTER BÄUMEN. Auch wenn Buche und Lärche für sich keine natürliche Waldgesellschaft bilden, kann diese Verbindung an manchen klassischen Fichten-Tannen-Buchen-Standorten des Mittelgebirges, wirtschaftlich gesehen, die „Kohlen aus dem Feuer“ holen.

Ende August besah sich eine Exkursionsgruppe an einigen Standorten im Kremstal, wie diese „Vernunftehe“ im Wald aussehen könnte. Wie umgehen mit bedrängten Lärchen im Buchenwald? - Wie kann man sie verjüngen? - Diese und andere Fragen wurden am Pro Silva-Sommerpraxistag im Oberen Kremstal erörtert. „Die schönste Lärche steht im Steyrtal. Und dort steht sie in einer Buchenverjüngung“, zitierte Forstberater Franz Reiterer am Beginn der Veranstaltung einen bekannten Lärchensäger.

Rotbuchen-Lärchen-Mischwälder sind unter speziellen standörtlichen Verhältnissen in Mittelgebirgslagen eine interessante Alternative zu Reinbeständen oder auch zum - von Natur aus vorkommenden - Fichten-Tannen-Buchenwald.

Wenngleich diese Baumartenkombination keine natürliche Waldgesellschaft ist, vereint sie ökonomische und ökologische Vorteile, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Klimaanpassung.

Doch der Waldbau mit Buche und Lärche ist bisweilen fachlich anspruchsvoll. Anhand von buchen- und lärchendominierten Beispielsbeständen im Oberen Kremstal werden Grundlagen und fachliche Erfahrungen erörtert.

Waldbauprofessor Martin Guericke von der Fachhochschule Eberswalde (D) wird uns durch den sommerlichen Praxistag begleiten.

Der Sommerpraxistag soll in entspannter Atmosphäre im Lernraum Wald stattfinden. Neben fachlichen Informationen soll der kollegiale Erfahrungsaustausch nicht zu kurz kommen. Nicht zuletzt wollen wir die Anwesenheit von Prof. Guericke zu einem grenzüberschreitenden Dialog nutzen.

Die Veranstaltung findet als Kooperationsprojekt von BFW Traunkirchen und Pro Silva Austria statt.

Themen

  • Warum sind Mischwälder grundsätzlich vorteilhaft?
  • Mögliche Waldentwicklungstypen
  • Ertragskundliche und forstökonomische Vergleiche
  • Umgang mit weiteren Mischbaumarten
  • Begründung und Jugendphase –
  • Chancen im Lichte der nötigen Klimaanpassung sowie Forstschutz-Risiken
  • Fegeschutz mit Pfisterpfahl ?

Prof. Dr. Martin Guericke

Prof. Dr. Martin Guericke, Forstwissenschaftler, vertritt seit 2006 das Fachgebiet „Waldwachstumskunde“ am Fachbereich für Wald und Umwelt an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Neben Lehre und praxisnaher Forschung ist er seit 2007 als Studiengangsleiter für den Studiengang Forstwirtschaft verantwortlich.

Nach dem Studium der Forstwissenschaften in Göttingen absolvierte er sein Referendariat in der Niedersächsischen Landesforstverwaltung. Zwischen 1990 und 2006 sammelte er berufliche Erfahrungen als Forsteinrichter, als Sachgebietsleiter an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt sowie als stellvertretender Forstamtsleiter in Bad Lauterberg, Südharz. 2001 promovierte er am Institut für Waldbau der Georg-August-Universität Göttingen über die Wuchsdynamik von Mischbeständen aus Buche und Europ. Lärche (Larix decidua Mill.) als Grundlage für ein abstandsabhängiges Einzelbaumwachstumsmodell.

Veranstaltungsanmeldung

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