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"Zukunftsfähige Vielfalt unter Schirm: Wie ein Wechsel zu einem stabilen, artenreichen Bestand beginnen kann !"

Kollegiale Waldberatung 2021 Oberösterreich

Freitag, 1.Oktober 2021 - 13:00-17:00 im Betrieb Thumfart vlg. Spindler, Mühlviertel (OÖ)

Kurzbericht

Am 01. Oktober 2021 fand die Regionaltagung OÖ beim land- und forstlichen Betrieb Thumfart vulgo „Spindler“ statt. Teilgenommen haben rund 20 Interessenten, wobei hier besonders auf die Teilnahmetreue verwiesen werden muss. Dieses Modell ist keine internationale Veranstaltung, sondern wie der Name schon rückschließen lässt, regional verankert. Es kristallisiert sich immer stärker eine stabile PRO Silva-Regionalgruppe aus überwiegend Kleinwaldbesitzern im Mühlviertel heraus.

Die Familie Thumfart nahm mit Ihrem landwirtschaftlichem Betrieb bereits eine Vorreiterrolle in der biologischen Produktion ein. Im regionalen Umfeld ist dieser Weitblick auch in der Waldbewirtschaftung deutlich ausgeprägt. Insgesamt umfasst die Waldausstattung 18 ha, wobei wir das größte Waldstück mit 11 ha begutachten dürfen. Die Produktionsbedingungen knapp umrissen, setzen sich aus einer Jahresmitteltemperatur von 6.2°C, einem mittleren Niederschlag von 1000mm und den Grundgesteinen Granit bzw. Gneis zusammen. Der Kleinstandort variiert stark von sehr nassen bis sehr trockenen Bereichen.

Jagdpächterwechsel war Schlüssel zum Erfolg

Die Ausgangsbestände waren überwiegend fichtendominiert und einschichtig. Einzeln sind auch Douglasie und Riesentanne vertreten, welche sich inzwischen natürlich verjüngen. Die sehr gute Erschließung ermöglicht die Umstellung auf einzelstammweise Nutzung und somit die Verwirklichung der eindeutigen betrieblichen Zielsetzung „Dauerwald-Bewirtschaftung“. Vor sieben Jahren erfolgte ein Jagdpächterwechsel, der die natürliche Verjüngung mit Mischbaumarten aktiv unterstützt. Doch schon davor wurde durch Unterbau mit Tanne und anderen Baumarten mit Schutz durch Drahtkorb eine Bestandesumwandlung angestrebt. Einzigartig ist auch der große Fleiß und die Begeisterung für die Waldbewirtschaftung, da auf keiner Fläche ein Pflegerückstand beobachtet werden konnte. Im Sinne der Resilienz ist der Betrieb auf einem sehr guten Weg und auch nach einer intensiven Kalamität im Schirmbestand, nicht auf eine Aufforstung angewiesen.

Wir bringen wissen in den Wald

Um Wissen in den Wald zu bringen und die Grundbesitzer zu unterstützen, hat Stefan Heuberger sein aktuell veröffentlichtes Praxiswerk: „Faustzahlen für die Kleinwaldbewirtschaftung“ vorgestellt. Es wurde mit einfachsten Hilfsmitteln der Brusthöhen-Durchmesser, Baumhöhe, Einzelbaumvolumen, Bestandesvolumen und Zuwachs eines Bestandes bestimmt, woraus schlussendlich die nachhaltige Entnahmemenge ermittelt werden konnte. Diese spielte in weitere Folge eine Rolle für die praktische Auszeige in der Strukturdurchforstung und einzelstammweise Entnahme in der Zielstärkennutzung.

Kurzbericht: DI Stefan Heuberger

Überblick

Wenn der fichtenreiche Ausgangsbestand die erwünschte Vielfalt für die nächste Baumgeneration nicht garantieren kann, ist ein gezielter Unterbau mit standortsgerechten Baumarten eine Möglichkeit um den Umwandlungsprozess zu beschleunigen. Familie Thumfart verfolgt das Ziel zusätzlich zur Hauptbaumart Fichte mindestens drei Mischbaumarten als Risikostreuung auf der Fläche einzubringen. Vor sieben Jahren erfolgte ein Jagdpächterwechsel. Seither wird der Aufbau eines zukunftsfähigen Waldes durch die Jagd aktiv unterstützt.

Betriebsvorstellung - Privatwald in Frauenhänden

Insgesamt umfasst die Waldausstattung 18 ha, wobei wir das größte Waldstück mit 11 ha begutachten dürfen. Die Produktionsbedingungen knapp umrissen, setzen sich aus einer Jahresmitteltemperatur von 6.2°C, einem mittleren Niederschlag von 1000mm und den Grundgesteinen Granit bzw. Gneis zusammen. Der Kleinstandort variiert stark von sehr nassen bis sehr trockenen Bereichen.

In den 1950er Jahren wurde fast der gesamte Bestand geschlägert und mit Fichte wiederaufgeforstet. Eine Teilfläche wurde 1981 geschlägert und als Mischwald begründet. Hier findet sich bereits Douglasie-Naturverjüngung.

Seit ca. 15 Jahren werden Tannen flächig in den Bestand eingebracht. Nach und nach werden weitere Baumarten ergänzt. Seit der Veränderung der Jagdstrategie sind auch Mischwaldbäume aus Naturverjüngung vorhanden. Mittlerweile kann auf den Einzelbaumschutz verzichtet werden. Gezieltes Auflichten, um Unterwuchs zu ermöglichen wird seit ca. 10 Jahren verfolgt.

Wissensvermittlung durch Kollegiale Waldberatung

Im Vordergrund der Tagung soll ein fachlicher Meinungsaustausch stehen. Wir sehen uns als „Community of Practice“: im Rahmen einer Kollegialen Waldberatung wollen wir in einer strukturierten Diskussion an Beispielsflächen verschiedene Aspekte der betrieblichen Waldbaustrategie erörtern.  Jede(r) ist zur aktiven Teilnahme aufgerufen. Alle sollen die „Schwarm-Intelligenz“ nutzen können.

Programm: Stefan Heuberger, 28.06.2021

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