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Das Trittsteinkonzept

Neues Praxishandbuch von Uli Mergner

Ulrich Mergner leitet den Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten im Steigerwald (Franken). In den buchenreichen Waldbeständen setzt er sich seit Jahren intensiv mit der Integration von Naturschutzaspekten im Wirtschachtswald (!) ein.

Das Thema Waldnaturschutz spaltet Waldschützer und Waldnutzer. Dabei sollten gerade diese an einem Strang ziehen und im Interesse der Waldökologie zusammenarbeiten. Einfach fünf Prozent der Waldfläche Deutschlands aus der Nutzung zu nehmen, ist zu wenig. Es braucht auf 95% den Schutz der Waldarten. Das Trittsteinkonzept ist dafür ein guter Weg. Es besteht aus vier Elementen (Biotopbaum, Waldtrittsteinfläche, Naturwaldreservat und Totholz), die im Buch ausführlich beschrieben werden. Trittsteinkonzepte sind intelligente Lösungen im Zielkonflikt zwischen Holznutzung und Naturschutz – in kleinen und großen Wäldern.

Das Buch beleuchtet auch das Thema der Effizienz des Waldnaturschutzes und wirbt für mehr gegenseitiges Verständnis zwischen Waldnutzer und Waldschützer.

Das Buch beruht auf zwölf Jahren Erfahrung des Autors mit dem Trittsteinkonzept. Dieses wird am Forstbetrieb Ebrach / Bayern praktiziert und von zahlreichen Forschungsarbeiten begleitet. Als Naturschutz-integrative Waldbewirtschaftungskonzept stößt es in ganz Europa auf großes Interesse.

Buchbezug beim Autor

138 Seiten, 35 Abbildungen - Preis 16.- € (zzgl. Versandkosten)

Vorwort: Dr. Otto Hünnerkopf, Landtagsabgeordneter und Umweltpolitiker in Bayern.

Anhang: Katalog der Baummikrohabitate nach European Forest Institut

Zielgruppe: Forstleute, Waldbesitzer, Naturschützer, Waldfreunde, Studenten in grünen Studiengängen

ISBN: 978-3-00-059743-5       

Zu beziehen über Euerbergverlag Ulrich Mergner

Glashüttenstr.6, 96181 Rauhenebrach-Fabrikschleichach
Tel: 09554 1577
Email: ulrich.mergner(at)gmx.de

Buchbesprechung

Ulrich Mergner: Das Trittsteinkonzept

Wer schon einmal mit Ulrich Mergner bei einer seiner Waldführungen im Forstbetrieb Ebrach sein Trittsteinkonzept der integrativen Waldbewirtschaftung von ihm persönlich vorgestellt bekommen hat, ist begeistert. Nun hat er seine Ideen in einem sehr persönlichen Buch niedergeschrieben. Das Buch zeigt das Bündel an Möglichkeiten und Chancen, den Natur- und Artenschutz in die Waldbewirtschaftung zu integrieren. Dabei ist das Konzept so einfach wie einleuchtend. In systematischer Abfolge werden die Elemente des Trittsteinkonzeptes dargestellt: Naturwaldreservat, Waldtrittsteinfläche, Biotopbaum und Totholz. Ein besonderes Augenmerk legt Mergner dabei auf die Habitatstruktur am Einzelbaum, sogenannte Baummikrohabitate. Auch für die Ausweisung von Waldtrittsteinflächen sind diese entscheidend. Ausführlich wird auf den Zusammenhang zwischen waldbaulichen Entscheidungen und der Entstehung (oder des Fehlens) von Habitatstrukturen eingegangen. Die intensive Auseinandersetzung des Autoren mit dem Einfluss der Durchforstung lässt seine enge, jedoch kritische Verbundenheit mit der Philosophie der ANW (Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft) erkennen. Mit seinen Tipps und konkreten Vorschlägen für die praktische Umsetzung bietet das Buch nicht nur Förstern und Waldbesitzern Gedankenanstöße. Auch der waldinteressierte Bürger und der Naturschützer erhalten wertvolle Informationen, wie sie sich erfolgreich für den Waldartenschutz engagieren können. Statt gegeneinander zu kämpfen, wirbt Mergner für mehr Gemeinsamkeit zwischen Waldnutzer und Waldschützer. Trotzdem dürften Mergners Ausführungen zur Effizienz von Naturschutzmaßnahmen in Wäldern kontroverse Diskussionen auslösen, spätestens wenn er schreibt, dass sich auch der Naturschutz die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen muss. Unterm Strich jedoch für beide Seiten empfehlenswert, gut lesbar und auch als Nachschlagewerk geeignet.

von Daniel Kraus, 97447 Gerolzhofen, e-mail: d.kraus@integrate.de

Der Autor

Ulrich Mergner, geb. 1955 bei Eichstätt ist in einem Spessartdorf aufgewachsen. Er hat Forstwissenschaft an der LMU München und an der ETH Zürich studiert und ist seither als Forstmann tätig. Seine beruflichen Stationen führten ihn ins Bayerische Hochgebirge, in den Spessart, an die Forstschule in Lohr a.M. und in den Steigerwald. Über viele Jahre hat er sich im BUND als Sprecher des Arbeitskreises Wald engagiert. Derzeit leitet er den Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten.