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Einleitungsstatement Dr. Hannes Schima

Aus österreichischer Sicht ist festzuhalten, dass sich in Anbetracht des Langfristziels der Wiederherstellungsverordnung 90% der Lebensraumgruppen in guten Zustand zu bringen, die die FFH-Waldlebensraumtypen bereits heute zu 93% einen guten Zustand aufweisen. Offenbar leistet die nachhaltige, kleinstrukturierte Forstbewirtschaftung einen wesentlichen Beitrag zur hohen Biodiversität. Die Zielsetzungen der EU-Biodiversitätsstrategie und der Wiederherstellungsverordnung werden grundsätzlich begrüßt. Es bedarf jedoch für deren erfolgreiche Umsetzung praxistauglicher Ausführungsbestimmungen, realistischer Zeitrahmen sowie einer angemessenen finanziellen Mitverantwortung der Europäischen Union. Gleichzeitig sind sozioökonomische Auswirkungen auf Land- und Forstwirtschaft sowie den ländlichen Raum stärker zu berücksichtigen und Partizipation der Bewirtschaftungsberechtigten noch besser zu verankern. Zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen sind klare, faktenbasierte Baselines und Indikatoren unter Berücksichtigung bereits erbrachter Vorleistungen der Mitgliedstaaten erforderlich. Nur durch diesen abgestimmten Ansatz kann der Brückenschlag zwischen rechtlichem Anspruch und praktischer Umsetzung nachhaltig gelingen.
 

"EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur: Rückenwind für den Dauerwald?“

Online - Diskussion (Zoom)

Donnerstag, 19. März 2026, 18:00 - 20:00, 6. ProSilva - Online Diskussion

Themen und Fragen

Im August 2024 trat die EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur (engl. „Nature Restoration Law“) in Kraft. Die Mitgliedsstaaten haben bis September 2026 Zeit, einen konkreten Plan vorzulegen, um die Verordnung umzusetzen. Doch wie betrifft dieser Plan österreichische Waldbewirtschaftende?

Für Pro Silva Austria und seine Mitglieder ist die Verordnung von besonderer Brisanz, da die geforderten Wiederherstellungsmaßnahmen sich mit den Grundsätzen zur naturnahen Waldbewirtschaftung decken: Der Aufbau ungleichaltriger Wälder, die Anreicherung von Totholz sowie die Förderung heimischer Artenvielfalt und die Erhöhung von Kohlenstoffspeichen werden nun auch per Verordnung eingefordert.

Um zu klären, wo und in welchem Umfang die Verordnung in Österreich tatsächlich greifen soll, laden wir Sie herzlich zu unserer 6. Auflage unseres erfolgreichen Online-Formates des “Wald-Web-Talks" ein. Im Anschluss an die Impulsstatements aus Wissenschaft, Forstpolitik und Praxis öffnen wir die Runde für eine gemeinsame Diskussion. (Mathias Leiter)

Impulse zur Diskussion

Prof. Dr. Georg Gratzer

Georg Gratzer ist seit 2024 Professor für Bergwaldökologie am Institut für Waldökologie an der BOKU in Wien. Sein großes wissenschaftliches Anliegen ist der Erhalt und die Restaurierung montaner und alpiner Waldökosysteme, die durch den Klimawandel immer stärker bedroht werden. Seit 2009 leitet er den Masterstudiengang Mountain Forestry, der Masterstudierende aus der ganzen Welt zusammenbringt. Gratzers Forschungsinteresse gilt vor allem der Verjüngungsökologie von Bäumen in den Ökosystemen der Bergwälder mit dem Thema, wie sich die Samenproduktion von Waldbäumen im Laufe der Zeit verändert und welche Faktoren diese Veränderungen antreiben.

Seine Forschungsschwerpunkte sind Waldökosystemdynamik; Störungsökologie, Verjüngungsökologie von Waldbäumen; Nachhaltige Nutzung von Waldressourcen; Nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs). Er ist wissenschaftlicher Beirat im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal.
 

Dr. Johannes Schima

Hannes Schima, Dr. Dipl.-Ing. leitet die Abteilung für Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung im Bundesministerium und ist stellvertretender Leiter der Sektion Forstwirtschaft. Seit über 20 Jahren verantwortet er zentrale Agenden der österreichischen Forstpolitik und ist zentral in die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung in Österreich eingebunden
 

Dr. Gyula Kovác

Gyula Kovacs ist Mitarbeiter der Abteilung für Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung im Bundesministerium, wo er sich mit der forstlichen Planung der Wiederherstellungsverordnung befasst. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am BFW, davor am ungarischen Forstwissenschaftlichen Institut. Seine Hauptforschungsgebiete sind Wildeinfluss, Dauerwald, Naturschutz sowie Ornithologie.Studium in Sopron. 

 

Daniel Kraus

Dipl.-Forstw. Daniel Kraus ist seit 2025 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Bayern als Nachfolger von Prof. Manfred Schölch. Seit 2024 Leiter des Universitätsforstamt Sailershausen der Universität Würzburg. Der Forstwissenschaftler war zuvor langjähriger Projektleiter am European Forest Institute mit Fokus auf naturschutz-integrative Bewirtschaftung (2011-2017) und als Berater in Südamerika aktiv. Danach Praxiserfahrung bei den Bayerischen Staatsforsten Forstamt Neureichenau und Ebrach (2027-2019), sowie Forstbetriebsleiter FB Nordhalben (2019-2024). Er bringt weitreichende Erfahrung in der Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und praktischem Waldmanagement ein.
 

Diskussion

Nach dem Vortrag und den Impulsen der 4 Referenten werden wir unter der Moderation von Mathias Leiter im Forum eine offene Diskussion führen und Fragen an die Statementgeber richten.

Konzept: Eckart Senitza 

Veranstaltungsanmeldung

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