News

"Vielfalt, die uns beschützt! Resiliente Schutzwälder trotzen dem Klimawandel“

Die Flächenwirtschaftlichen Projekte Fluh-Nollen (Bregenz) und Ebnit (Dornbirn)

Donnerstag, 7. Mai 2026 – 9:30 bis 16:30 Uhr - Regionaltagung Vorarlberg

Themenschwerpunkte

Vielfalt ist die Grundlage eines widerstandsfähigen und resilienten Schutzwaldes. Sie zeigt sich auf vielen Ebenen: in der Vielfalt an Baumarten, in der Vielfalt der Strukturen und nicht zuletzt in der Vielfalt unserer Waldbesitzer:innen, die die Verantwortung für unsere Bergwälder tragen.

Bei der diesjährigen Pro Silva Regionaltagung Tirol und Vorarlberg stellen wir zwei aktuelle Schutzwaldprojekte vor: eines auf Molasse, eines auf Kalk – zwei völlig unterschiedliche Standorte, geprägt von verschiedenen Elementargefahren und speziellen Herausforderungen. Und doch zeigt sich: Der Schlüssel zum Erfolg ist immer sehr ähnlich.

  • Organisation: DI Peter Feuersinger, Forstregion Nord 
  • Führung: Team der Waldregion Nord mit den Kollegen der WLV

Resiliente Schutzwälder

Auf der heurigen Pro Silva Regionaltagung Vorarlberg und Tirol wurden Anfang Mai flächenwirtschaftliche Schutzwaldprojekte in Bregenz Fluh und Dornbirn Ebnit besucht. Die Herausforderungen für stabile und resiliente Schutzwälder steigen mit dem Klimawandel weiter an.

Extreme Starkregenereignisse müssen auf geologisch nicht besonders stabilen Unterlagen wie der Molasse oder dem Helveticum abgefedert werden. Im August 2022 gab es beispielweise Tagesnieder-schläge von über 200 mm. Was sind die Rezepte für solche Ereignisse, deren weitere Zunahme prognostiziert wird? Ziel ist eine Dauermischwald mit einer Dauerverjüngung. Mit den in den flächenwirtschaftlichen Projekten gesicherten finanziellen Mittel können ohne großen wirtschaftlichen Druck die entsprechenden Maßnahmen gesetzt werden. 

Am „Nollen“ in Bregenz Fluh wird auf die Vielfalt an heimischen Baumarten gesetzt, aber auch Gast-baumarten wie die Douglasie oder die Edelkastanie werden eingesetzt. Überraschend gut hat sich der Riesenlebensbaum (Tuja plicata) bei Verunkrautungsflächen bewährt. Mit der hohen Schattenverträglichkeit wächst der Riesenlebensbaum konkurrenzstark durch. Außerdem bewährt sich in ersten Versuchen die Tuja plicata auch sehr gut in Plenterwälder als zusätzliche schattenverträgliche Baumart. Grundsätzlich wird mit Naturverjüngung gearbeitet. Die „Gastbaumarten“ müssen aufgeforstet werden. Im Endbestand bleibt davon, wenn es gut geht, ein Anteil von eher unter 10% übrig. Mit rumänischen und bulgarischen Weißtannen versucht man für die Zukunft das genetische Spektrum der heimischen Weißtannen zu erweitern. Wildverbiss stellt erfreulicherweise in Bregenz Fluh kein Problem dar. 

Walser Fichtenmonokultur

In der Walsersiedlung im Ebnit kommt ein Problem zum Tragen, dass bei allen Walsersiedlungen zu finden ist. Die Wiesen wurden zur Heugewinnung benötigt und das Vieh wurde im Sommer vielfach in den Wäldern gehalten. Dadurch kam es über die Jahrhunderte zu starken Entmischungen zu reinen Fichtenbeständen, die heute vielfach auch noch überaltert sind.

Jetzt wird daran gearbeitet Mischung und Struktur hineinzubringen. Neben einer entsprechenden Erschließung braucht es dazu angepasst WaldWild Verhältnisse. Hier konnte in Ebnit eine Trendwende mit Selbstverwaltungsorganisation erreicht werden. Bei der vorausgegangenen „Fabrikatenjagd“ wurden über dem Dorf noch vier Rehwildfütterungen mit viel zu hohen Wildbeständen gehegt, die ein Aufkommen von Mischbaumarten verhinderte. Jetzt kommt die in einigen Bereichen unterbaute Weißtanne gut auf. In Bereichen mit Weißtannen im Altbestand konnte eine gelungene Vorlichtung für eine „Dauerverjüngung“ mit Weißtanne besichtigt werden.

Flächenwirtschaftliche Projekte

Flächenwirtschaftliche Projekte werden von der Wildbach- und Lawinenverbauung zusammen mit der Forstbehörde in "Wäldern mit Objektschutzwirkung" umgesetzt. Diese umfassen in der Regel Waldbegründungs-, Waldpflege- und Waldbewirtschaftungsmaßnahmen sowie die Errichtung dazu notwendiger Erschließungen und unterstützender technischer Maßnahmen. Es geht um die Verbesserung und Wiederherstellung von stabilen und resilienten Schutzwäldern für die Zukunft. Die Projektlaufzeit mit notwendigem Budget reicht von einigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten. Die Finanzierung setzt sich im Normalfall aus 60% Bundes-, 20% Landes- und 20% Interessensanteil, meist von der jeweiligen Gemeinde in der das Projekt durchgeführt wird. In einer Jahresplanung werden die notwendigen Mittel für die jeweils geplanten Maßnahmen sehr unkompliziert und in den derzeitigen budgetknappen Zeiten auch finanzsicher zur Verfügung gestellt. 

Nachbericht und Fotos: Thomas Ölz (15.5.2026)

Veranstaltungsanmeldung

Veranstaltungsanmeldung

Daten