










Österreichische Forstvereinstagung 2026, über die Webseite des Forstvereines
Ort und Datum: Stadt Schlaining/Burgenland, 28.5.-29.5.2026
Abfahrt: 8:30 Uhr, Am Kurpark , Bad Tatzmannsdorf
Rückkehr: ca. 15:30 Uhr, Am Kurpark , Bad Tatzmannsdorf
Verpflegung: Gasthaus Tischler in Hochstraß
Begehbarkeit: leicht, ebenes Gelände, Wanderschuhe, Schlechtwetterbekleidung
Teilnehmerzahl: max. 35 Personen – in der Reihenfolge der Anmeldungen.
Leitung: DDI Christoph Lainer-Findeis, Ofö. Ing. Werner Kummer, Fö. Ing. Philip Ranftl Fürst Esterházy’sche Privatstiftung Lockenhaus; DI Dr. Eckart Senitza, Pro Silva Austria
Die Geschichte des Betriebs ist eng mit der Familie Esterházy verknüpft. Im Jahr 1674 erwarb Fürst Paul Esterházy die Herrschaft Lockenhaus von der Königlichen Hofkammer. Nach einer Phase der Verpachtung (1861–1872) wird der Betrieb seit 1872 wieder in Eigenregie bewirtschaftet. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Holz auch in einem herrschaftlichen Sägewerk verarbeitet, eine 36km lange Waldbahn erschloss in der Zwischenkriegszeit die Hochlagen des Günser Gebirges.
Nach 1945 stand der Betrieb zehn Jahre unter russischer USIA-Verwaltung, das zu einer Halbierung des Holzvorrats führte. 1995 wurde die heutige Privatstiftung gegründet.
Die Flächen der Privatstiftung umfassen ca. 5.750 ha, davon sind ca. 5.250 ha Holzbodenfläche. Der Betrieb ist in 2 Reviere gegliedert, die sich in und um Lockenhaus erstrecken. Geographisch unterteilen lassen sich die Flächen in das Günser- und Bernsteiner Gebirge, den östlichsten Ausläufern der Alpen mit dem Geschriebenstein (884m Seehöhe) als höchster Erhebung, und der Oberpullendorfer Hügellandschaft.
Geologisch betrachtet ist der Betrieb geprägt von silikatischen Schiefern (Rechnitzer Fenster), Serpentiniten und tertiären Schotterhalden mit unterschiedlichen Böden.
Die natürlichen Waldgesellschaften wechseln je nach Standort und Höhenlage, der Großteil des Betriebs liegt im Wuchsgebiet 5.3 (Ost- und Mittelsteirisches Bergland), Teile im Wuchsgebiet 8.1. (Pannonisches Tief- und Hügelland), die Klimaveränderung sorgt für stark veränderte Mitteltemperaturen und Niederschlagsmuster.
Der Wald ist geprägt von ca. 60 % Laubholz (dominierend: Buche ca. 36% und Eiche ca. 16%) und ca. 40 % Nadelholz (Fichte 18 %, Kiefer 13 %). Insgesamt kommen 33 Baumarten im Betrieb vor.
Ursprünglich klassisch in Form des Schirmschlag-/Saumschlagverfahrens bewirtschaftet, gab es vor allem in Buchenbeständen bereits in den 1950er-Jahren Überlegungen, den Fokus auf das Einzelindividuum zu legen und Dauerwaldbestockungen zu erzielen. Grund dafür war einerseits das Erfordernis, aufgrund der verringerten Holzvorräte in der Nachkriegszeit, den Vornutzungsanteil zu erhöhen, zusätzlich sorgten starke Schälschäden für eine Verringerung an gesunden Individuen. Ziel war, den Wertzuwachs vor allem im Laubholz zu erhöhen und qualitativ hochwertiges Sägerundholz zu erzeugen.
Durch die einzelstammorientierte Nutzung entwickelten sich bis heute auf einem Großteil der Waldflächen zweischichte Bestände mit guten Verjüngungssituationen. Besondere zukünftige Herausforderungen stellen die klimabedingten Schäden in der Buche dar (Trockenschäden), die eine dauerwaldartige Überführung in vielen Beständen verlangsamt.
Das Einbringen von Baumarten, die im zukünftigen Klima besser geeignet sind, wird vielerorts durch eine weite Vorausverjüngung von Buche erschwert, zusätzlich gibt es Einschränkungen in der Baumartenwahl aufgrund des Natura 2000-Gebiets. Eine weitere Herausforderung sind die teils geringen Vorratshaltungen bedingt durch eine betriebliche Vorverlagerung des Nutzungspotentials. - Vielerorts findet sich eine sehr üppige Verjüngungssituationen gepaart mit teils geringen Vorratshaltungen in der Oberschicht – Dauerwald dauert!