










Bis 30. September an die Geschäftsführung, DI Stefan Heuberger bzw. Ing. Sebastian Jungbauer 0650-9975993, gf@prosilvaaustria.at oder Online. Beitrag wird vor Ort kassiert.
Treffpunkt: 13:30 am Parkplatz der Bioschule Schlägl (Stifterstraße 20, 4160 Schlägl)
Kosten pro Teilnehmer 20,- € Mitglieder und 30,- für Nicht-Mitglieder
Anmeldung online oder unter gf@prosilvaaustria.at oder Tel.: +43-650-9975993 (GF Sebastian Jungbauer)
Das Stift Schlägl bewirtschaftet die in seinem Besitz stehenden Wälder nach den Prinzipien der „Naturnahen Waldwirtschaft“. Ungleichaltrige, gestufte und gemischte Bestände mit einer den standörtlichen Gegebenheiten angepassten hohen Ertragsleistung sind das Ziel der waldbaulichen Behandlung.
Diese Zielerreichung geschieht auf dem Wege der „ZIELSTÄRKENNUTZUNG“ nach Reininger. Dieses Waldbehandlungsmodell wird auf der gesamten Betriebsfläche umgesetzt. Die Erfüllung des Hiebsatzes geschieht vom starken Ende der Durchmesserverteilung her. Mit der Entnahme einzelner starker Bäume wird der Zuwachs auf die schwächeren Bestandesmitglieder umgeleitet. Ertragskundliche Untersuchungen auf der Dauerbeobachtungsfläche „Hirschlacke“ zeigen, dass gerade die schwächeren Stämme, bei Vorhandensein von mindesten 1/3 Krone, den zur Verfügung gestellten Raum am besten nutzen.
Objekt der waldbaulichen Behandlung ist der Einzelstamm. Für die Beurteilung sind Dimension, Qualität und Stabilität entscheidend.
Die waldbauliche Behandlung der Bestände wird an drei Exkursionspunkten vorgestellt.
Beim sogenannten Waldlehrpfad geht es nicht nur um die standörtlichen Gegebenheiten, sondern auch um die Nutzungsgeschichte des Stiftswaldes und die heutige waldbauliche Zielsetzung des Betriebes. Es wird der Frage nachgegangen, ob die Fichte überhaupt plenterfähig ist. Die Entwicklung der Naturverjüngung mit natürlicher Aufastung und Stammzahlreduktion sind ebenfalls Thema. Dass die Zielstärkennutzung ein Waldbehandlungsmodell ist, das die Betriebswirtschaft stets beachtet, kommt ebenfalls zur Sprache.
Der zweite Exkursionspunkt befasst sich mit der Frage, was man in einem Durchforstungsbestand für eine spätere Ungleichaltrigkeit tun kann. Wie sehen die Durchforstungseingriffe aus, welche Z-Baum Zahlen werden angestrebt und wie oft wird genutzt. Das Durchforstungsmodell, das zur Anwendung kommt, wir Strukturdurchforstung genannt.
Der Dritte Exkursionspunkt führt zur Dauerbeobachtungsfläche „Hirschlacke“, die 1977 angelegt wurde. Auf einer Fläche von 3,47 ha wurden und werden in einem Abstand von 5 Jahren alle Daten der Bäume aufgenommen. BHD, Kronenansatz und Höhe jedes Baumes sind bekannt, genauso wie die Koordinaten. Die Nutzung dieses Bestandes folgt den Grundsätzen der Zielstärkennutzung und anhand der erhobenen Daten soll nachgewiesen werden, ob es sich dabei um eine nachhaltiges Waldbehandlungsmodell handelt.
Ausgangspunkt für die Umstellung auf Einzelstammnutzung waren Altersklassenwälder, Schneedruckereignisse machten eine Bearbeitung der ganzen Fläche notwendig. Bereits seit 1960 gibt es in Schlägl ein Räumungsverbot über der Naturverjüngung. Wie sich die Bestände entwickelt haben, werden wir bei der Exkursion sehen. Welche Herausforderungen es heute gibt, das wird Gegenstand der Diskussionen sein, zu denen ich sehr herzlich einladen darf.
Konzept: Stefan Heuberger, Johannes Wohlmacher