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Forsteinrichtung im Dauerwald

Seminar FAST Pichl

Dienstag, 21. Januar 2020 FAST Pichl, St. Barbara im Mürztal

Ausgebuchtes Praxisseminar

Unsere erste Veranstaltung in diesem Jahr war nach zwei Jahren wiederum ein Seminar zu brennenden Spezialfragen. Auch unsere Mitglieder waren gut motiviert und so war das Seminar mit rund 50 Teilnehmern völlig ausgebucht. – Ein schöner Erfolg am Beginn des neuen Jahres.

Adaptive Planung - Starre Konzepte sind im Klimawandel überholt. Dauerwaldartige Strukturen sind vielfach die Lösung, daher muss auch die Planung angepasst werden.

Gemeinsam mit der forstlichen Ausbildungstätte Pichl (St.Barbara, im Mürztal) haben mehrere ProSilva Mitglieder und Leitbetriebe ein spannendes Programm zum Thema „Forsteinrichtung im Dauerwald“ zusammengestellt. Als besonderen Gast konnten wir Simon Stahl, Forstbetriebsleiter aus Baden-Würtemberg, einen profunden Forsteinrichter mit Erfahrung aus dem Schwarzwald gewinnen.

Das Berechnen ertragskundlicher Werte ist in homogenen Beständen verhältnismäßig einfach. Die Bäume sind gleich alt, in etwa gleich hoch und stark. Wälder mit uneinheitlicher Altersstruktur und unscharfen Bestandesrändern werfen hingegen immer wieder Fragen und Probleme auf. Es gilt zu entscheiden, ob die Probepunkte repräsentativ für die Fläche sind und geeignete Erhebungs- und Berechnungsmethoden auszuwählen und anzuwenden. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es nicht auch effizientere Methoden der Forsteinrichtung für Dauerwälder gibt. Welche Unterstützung bietet die digitale Welt, muss ich überhaupt noch in den Wald hinaus, um brauchbare Daten zu bekommen? - Starre Konzepte sind im Klimawandel überholt. Dauerwaldartige Strukturen sind vielfach die Lösung, daher muss auch die Planung angepasst (adaptiert) werden.

Im Seminar wurden verschiedene Varianten und technische Hilfsmittel für die Forsteinrichtung im Dauerwald erläutert.

Themenschwerpunkte

Nach der Begrüßung durch DI Martin Krondorfer (FAST Pichl), stellte Dr. Eckart Senitza (Ingenieurbüro für Forstwirtschaft) die Grundlagen einer permanenten Stichprobeninventur als Controlling- und Prognoseinstrument vor und zeigte die praktische Durchführung und Auswertungsmöglichkeiten nach 3 Inventurperioden.

Ing. Wilhelm Himmelbauer, Förster im Forstbetrieb Reichenfels GesmbH ging tiefer in die Materie und fragte „Stellt eine Wertbeobachtung am Einzelbaum alles auf den Kopf ?“ - Der Wertzuwachs wurde als das Maß für Erntezeitpunkt und Naturalbilanz in den Mittelpunkt gestellt.

Dr. Gerhard Pelzmann, Referatsleiter Betriebswirtschaft/Förderung Landwirtschaftskammer Steiermark referierte zum Thema „Strukturierung und Reifegrad als Hieb-(Satz)weiser“ - Betrachtungs- und Auswerteebenen, Konzept des Reifegrads, Bedeutung für die Praxis, Umsetzung im Managementplan Forst.

Ein frei gesprochenes und handgezeichneten Skizzen unterstrichenes Referat von Simon Stahl, Forstbezirksleiter ForstBW Mittlerer Schwarzwald, stellte die einfache Frage „Ertragskundliche Kenngrößen des Altersklassen- und Dauerwaldes im Vergleich - Was braucht der Waldbesitzer / Betriebsleiter ?“  - Simon Stahl konnte klar die Vorteile einer Dauerwaldbewirtschaftung gegenüber einem Altersklassenwald darstellen.

Den Abschluss bildeten die Ausführungen von Franz Reiterer, Forstbüro Reiterer (Micheldorf, OÖ) über das „Klimawandelanpassungs-Operat“ - Standortsbetriebsklassen als Grundlage für adaptives Waldmanagement, effiziente Erfassung komplexer Waldstrukturen.

Eine intensive Schlussdiskussion unter reger Mitarbeit der Teilnehmer rundete das intensive Seminar ab. – Wir sehen den Bedarf und reagieren darauf. Danke der FAST Pichl für die gute Zusammenarbeit!

Veranstaltungsanmeldung

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